Was macht eigentlich Ralph Hasenhüttl werden sich viele fragen, wenn gerade wieder vom Punkterekord von RB Leipzig aus der Saison 2016/2017 die Rede ist. Damals holte RBL unter Trainer Hasenhüttl 67 Punkte. Soviele wie noch nie – bis heute. Allerdings kann Julian Nagelsmann mit einem Sieg am 34. Spieltag bei Union Berlin von 65 Punkten auf 68 Punkte kommen und damit den 4 Jahre alten Hasenhüttl-Rekord einstellen. Wir werfen daher aus diesem Anlass einen Blick auf die bisherigen Trainerstationen von Ralph Hasenhüttl von 2004 bis heute!

Ralph Hasenhüttl als Spieler

Als Spieler war der 1967 geborene Österreicher Ralph Hasenhüttl seit 1985 (Grazer AK bis 1989) als Stürmer in Österreich, Belgien und Deutschland aktiv.

Dabei spielte er von 1989 bis 1994 für Austria Wien, für die er auch die meisten Spieler bestritt und die meisten Tore seiner Karriere erzielte (146 Spiele und 45 Tore).

Es folgten zwei Jahre bei Austria Salzburg (heute RB Salzburg) ehe es ihn aus der Heimat nach Belgien verschlug. 

Er spielte je eine Saison bei KV Mechelen und Liese SK. 

1998 wechselte Hasenhüttl für zwei Spielzeiten zum 1.FC Köln, wo er in 41 Spielen allerdings nur 3 Tore erzielte. In den beiden darauffolgenden Spielzeiten von 2000 bis 2002 traf er für Greuther Fürth in 52 Spielen immerhin 13 Mal. 

Seine Karriere als Stürmer beendete Ralph Hasenhüttl 2004 nach zwei Jahren bei den Amateuren des FC Bayern München.

Dass aus dem durchschnittlichen Stürmer mal ein überragender Trainer werden sollte, konnte man damals noch nicht erahnen.

BISHERIGE TRAINERSTATIONEN VON RALPH HASENHÜTTL

Nach seiner aktiven Karriere übernahm Ralph Hasenhüttl 2004 bei seiner ersten Trainerstation im Münchner Vorort die zweite A-Jugend-Mannschaft der SpVgg Unterhaching bis 2005.

1. Trainerstation: SpVgg Unterhaching (3. Liga: 2007 bis 2010)

Ralph Hasenhüttls 1. Trainerstation: SpVgg Unterhaching

Zwischen 2005 und 2007 war Hasenhüttl anschließend allerdings nicht als Trainer tätig ehe er im März 2007 als Interimstrainer die erste Mannschaft von Unterhaching kurzzeitig trainierte um anschließend als Co-Trainer von Werner Lorant auf seine große Chance zu warten.

Die große Chance kam im Oktober 2007, als Werner Lorant als Trainer entlassen wurde. Ralph Hasenhüttl übernahm seine erste Trainerstation als Chef und machte den Job so gut, dass er insgesamt drei Jahre in Unterhaching blieb. Nach Platz 6 in seiner ersten Saison verpasste Ralph Hasenhüttl bei seiner ersten von insgesamt 5 Prof-Trainerstationen mit Unterhaching in der 3. Liga nur knapp den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Am Saisonende 2008/2009 lag Unterhaching auf Platz 4 nur zwei Punkte hinter dem Aufstiegsplatz 2. Im Jahr darauf sank die Leistung ab und Hasenhüttl wurde im Februar 2010 auf Platz 10 stehend entlassen.

Seitdem hat es Unterhaching in keinem Jahr nur ansatzweise geschafft wieder auf Platz 4 zu kommen, wie es unter Hasenhüttl 2009 geschafft wurde. 2015 folgte sogar der Zwischenzeitliche Abstieg in die Regionalliga. Nach dem Wiederaufstieg 2017 musst Unterhaching 2021 erneut in die 4. Liga. Unter Hasenhüttl wäre das wahrscheinlich nicht passiert.

2. Trainerstation: VfR Aalen (Aufstieg in die 2. Bundesliga: 2010 – 2011)

Ralph Hasenhüttls 2. Trainerstation:  VfR Aalen

Fast ein Jahr später folgte Anfang 2011 seine zweite Trainerstation beim VfR Aalen. Der Drittligist stand bei Hasenhüttls zu Beginn von Hasenhüttls zweiter Chef-Trainerstation im Profifußball auf Platz 16. Auf diesem Platz beendete Hasenhüttl auch seiner erste Saison bei LR Aalen und verhinderte damit knapp den Abstieg in die Regionalliga.

Trotz vieler Abgänge legte Aalen im zweiten Jahr mit Hasenhüttl einen starken Saisonstart hin. Das spricht für die gute Vorbereitung, die Hasenhüttl mit der Mannschaft absolvierte und die Motivations- und Taktikkünste des Trainers aus einem unterdurchschnittlichen Team in kürze eine schlagkräftige Truppe zu formen.

In der Rückrunde wurde diese Leistung sogar noch gesteigert und Aalen belegte sensationell am Ende der Saison 2011/2012 den zweiten Tabellenplatz. Damit stieg Ralph Hasenhüttl im zweiten Anlauf bei seiner zweiten Trainerstation in die zweite Bundesliga auf!

Die Erfolgsgeschichte ging weiter! Auch in der 2. Bundesliga sorgten Hasenhüttl und Aalen in der Saison 2012/2013 für Furore. Nach der Winterpause belegte der Aufsteiger Platz 5 und konnte die Saison als bester Aufsteiger auf einem guten 9. Platz beenden.

Hasenhüttl verlies Aalen nach der Saison freiwillig, obwohl er noch Vertrag bis 2014 gehabt hätte.

Bevor wir zu den nächsten bisherigen Trainerstationen von Ralph Hasenhüttl kommen, werfen wir einen Blick darauf, wie es mit dem VfR Aalen ohne Hasenhüttl weiterging!

Im zweiten Jahr in der 2. Bundesliga schaffte es Aalen immerhin auf Platz 11 ehe 2015 der Abstieg in die 3. Liga folgte. Nach 4 Jahren ging es dann sogar nochmal eine Etage tiefer. Seit 2019 dümpelt Aalen in der unteren Hälfte der Regionalliga Südwest vor sich hin mit Platz 14 und Platz 12. Sie denken wahrscheinlich jeden Tag wehleidig daran, was aus dem Verein mit Ralph Hasenhüttl hätte werden können!

3. Trainerstation: FC Ingolstadt (Aufstieg in die Bundesliga: 2013 – 2016)

Ralph Hasenhüttls 3. Trainerstation: FC Ingolstadt

Im Oktober 2013 übernahm Ralph Hasenhüttl seine 3. Trainerstation beim FC Ingolstadt. Der FCI war zu diesem Zeitpunkt Tabellenletzter in der 2. Bundesliga. Mit Hasenhüttl kam der Aufschwung. Am Ende der Saison 2013/2014 konnten die „Schanzer“ locker den Klassenerhalt schaffen und belegten Platz 10.

Sein Meisterstück lieferte Hasenhüttl in der Saison 2014/2015 ab, als er mit dem FC Ingolstadt Meister in der 2. Bundesliga wurde und der Verein erstmals in der Vereinsgeschichte in die 1. Bundesliga aufstieg!

Es wäre nicht Ralph Hasenhüttl, wenn er nicht auch in der darauffolgenden Saison eine Schippe draufgelegt hätte! Ingolstadt war als Verein mit dem kleinsten Etat Abstiegskandidat Nummer 1. Doch Hasenhüttl führte Ingolstadt 2015/2016 bis zum Saisonende zu 10 Siegen und 10 Unentschieden und belegte mit 40 Punkten einen starken 11. Platz!

Wie schon in Aalen entschied Hasenhüttl selbst, dass es Zeit für eine Veränderung ist und beendete sein Engagement in Ingolstadt nach der Saison.

Während Hasenhüttls persönlicher Aufstieg auch bei der nächsten Trainerstation weiter ging, war Ingolstadt nach Hasenhüttls Abgang nicht mehr viel wert. 

Es folgte der Abstieg in die 2. Bundesliga und nach nur zwei Jahren der weitere Abstieg 2019 in die 3. Liga. 

Dort spielte der FC Ingolstadt zwar 2020/2021 vorne mit und kämpfte bis zum letzten Spieltag um den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

4. Trainerstation: RB Leipzig (Champions Leauge: 2016 – 2018)

Ralph Hasenhüttls 4. Trainerstation: RB Leipzig

Vor der Saison 2016/2017 wurde Ralph Hasenhüttl Trainer des gerade in die 1. Bundesliga aufgestiegenen Retorten-Clubs RB Leipzig. 

Unter Hasenhüttl wurde RBL einer der besten Bundesliga-Aufsteiger aller Zeiten. Leipzig verlor keines der ersten 13 Saisonspiele und war zwischenzeitlich sogar Tabellenführer! Der Aufsteiger belegte am Ende der Saison 2016/2017 einen überragenden 2. Platz. Als Vizemeister hinter dem FC Bayern München qualifizierte sich RB Leipzig direkt für die Champions League

In der ersten Champions-League-Saison wurde Leipzig hinter Besiktas Istanbuld und dem FC Porto Gruppendritter vor dem AS Monaco. So ging es für RB in der Europa-League weiter. Dort schalteten die Leipziger Neapel und St. Petersburg aus. Im Viertelfinale scheiterten Hasenhüttl und Co. am späteren Finalisten Olympique Marseille. 

Die zweite Bundesliga-Saison unter Hasenhüttl beendete Leipzig 2018 auf Platz 6. Hasenhüttl erkannte wieder den Trend und verabschiedete sich nach zwei ereignisreichen Jahren als absoluter Spitzentrainer freiwillig. [Quelle: dierotenbullen.com]

Leipzig etablierte sich aber auch ohne Hasenhüttl in der ersten Bundesliga.

5. Trainerstation: FC Southampton (Englische Premier League: 2018 – heute)

Ralph Hasenhüttls 5. Trainerstation: FC Southampton

Im Dezember 2018 wurde der FC Southampton die erste ausländische der bisherigen Trainerstationen von Ralph Hasenhüttl. Er wurde damit der erste österreichische Trainer eines Premier-League-Teams.

In der besten Liga der Welt übernahm Hasenhüttl einen extrem abstiegsbedrohten Club auf Platz 18.

Und die Geschichte wiederholte sich! Ein schwacher Club konnte dank Hasenhüttl über sich hinauswachsen!

In den restlichen 23 Spielen holte Hasenhüttl mit Southampton stolze 30 Punkte. Das reichte zu Platz 16 und damit zum Klassenerhalt!

Und wieder nahm die Geschichte einen Ralph-Hasenhüttl-typischen Verlauf. Der Abstiegskandidat Southampton mauserte sich unter Hasenhüttls Führung in der Saison 2019/2020 zu einem soliden Premier League Club! Die Saison beendete Southampton mit 52 Punkten auf Platz 11.

Jetzt hätte man erwarten können, dass Hasenhüttl nach diesem Kraftakt wieder eine neue Herausforderung sucht. Doch scheinbar gefällt es dem Österreicher auf der Insel und die Team-Bosse sind mit seiner Leistung mehr als zufrieden. So wurde sein Vertrag bis 2024 verlängert. 

2020/2021 setzte Hasenhüttl noch einen drauf und eroberte mit Southampton kurzfristig die Tabellenspitze in England. Die Saison verlief dann allerdings weniger erfolgreich, so dass Southampton am Ende nur auf Platz 14 landete.

HASENHÜTTL UND DER FC BAYERN MÜNCHEN

Mehrmals war der FC Bayern München im Gespräch als Trainerstation für Ralph Hasenhüttl. Das Timing war bisher allerdings von beiden Seiten nicht optimal.

Als Bayern im September 2017 Carlo Ancelotti entlassen hatte, übernahm weniger erfolgreich interims-Trainer Willy Sagnol. Hasenhüttl war gerade beim größten Konkurrenten in Leipzig und wollte eher mit dem Aufsteiger den Meister-Coup feiern als zum Konkurrenten zu wechseln. Es übernahm Jupp Heynckes bis Saison-Ende. 

Anfang 2018 wurde in München erneut ein Trainer gesucht als Nachfolger für Trainer-Legende Jupp Heynckes.

Hasenhüttl belegte in dieser Saison nur Platz 6 mit Leipzig und spekuliertet wahrscheinlich auf den Job in München als seine nächste Trainerstation. Er bat in Leipzig um Vertragsauflösung und der Weg wäre frei gewesen. Die Bayern-Verantwortlichen gaben dem ehemaligen Bayern-Spieler Niko Kovac den Vorzug, da dieser gerade mit Eintracht Frankfurt den DFB-Pokal gegen Bayern gewonnen hatte. Ein fataler Fehler. Zwar gewann Bayern im ersten Jahr mit Kovac das Double, doch der Kroate stand von Anfang an in der Kritik. 

Als Kovac im November 2019 entlassen wurde, übernahm zwischenzeitlich sein Co-Trainer Hansi Flick. Für Hasenhüttl lief es in England gerade ausgezeichnet, so dass er Southampton nicht unter der Saison verlassen wollte. 

Blöderweise gewann Bayern mit Flick die Champions League, so dass der Vertrag verlängert wurde. 

Flick warf allerdings nach einem weiteren Jahr selbst hin um deutscher Nationaltrainer zu werden. Wieder wäre der Weg für Hasenhüttl frei gewesen.

Allerdings erhielt 2021 sein Nachfolger als Leipzig-Trainer, Julian Nagelsmann, den Vorzug vor Ralph Hasenhüttl als Bayern Trainer. Hasenhüttl hatte gerade eine schwache Rückrunde mit Southampton gespielt und zudem einen Vertrag bis 2024 unterzeichnet. Damit hatte er bei Bayern keine so guten Karten mehr wie der 20 Jahre jüngere Nagelsmann, der mit Leipzig gerade Vizemeister geworden war.

Mit 53 Jahren scheint Hasenhüttl auch schon genug vom Trainerjob zu haben und äußerte sich im April 2021 erstmals über sein Karriereende. [Quelle: Sport1.de]

Aber vielleicht ergibt es sich ja, dass der FC Bayern München doch noch die 6. Trainerstation von Ralph Hasenhüttl wird, wenn Nagelsmann in München scheitern sollte.