Frischgebackener Meister gegen Abstiegskampf pur: Barcelona reist nach dem Clásico-Triumph zu Alavés. Erfahre hier alles zur Form, Taktik und dem Kampf ums Überleben.
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Begegnung | Deportivo Alavés – FC Barcelona |
| Wettbewerb | La Liga, 36. Spieltag (Saison 2025/26) |
| Termin | Mittwochabend |
| Stadion | Estadio Mendizorroza, Vitoria-Gasteiz |
| Status Barca | La Liga Champion 2025/26 (nach 2:0 gegen Real Madrid) |
| Status Alavés | Platz 18 (Abstiegszone), 1 Punkt hinter dem rettenden Ufer |
| Direktvergleich | 36 Siege Barca, 7 Siege Alavés, 7 Remis (letzte 50 Spiele) |
| Form Barca | 11 Siege in Folge (La Liga) |
| Schlüsselspieler | Robert Lewandowski (7 Tore in 5 Spielen gegen Alavés) |
Der Meister-Rausch von Madrid: Hansi Flicks Krönung im Bernabéu
Es sind diese Nächte, von denen du als Fußballfan jahrelang erzählst. Am vergangenen Sonntagabend hat Hansi Flick das geschafft, was viele vor der Saison für unmöglich hielten: Er hat den FC Barcelona nicht nur zurück an die Spitze Spaniens geführt, sondern den Titel ausgerechnet im Wohnzimmer des Erzrivalen Real Madrid perfekt gemacht. Ein sattes 2:0 im El Clásico zementierte die Vormachtstellung der Katalanen in dieser Spielzeit 2025/26. Mit nunmehr 14 Punkten Vorsprung auf die „Königlichen“ ist die Meisterschaft drei Spieltage vor Schluss rechnerisch in trockenen Tüchern.
Du musst dir die Erleichterung im Lager der Blaugrana vorstellen. Nach dem schmerzhaften Aus im Viertelfinale der Champions League gegen Atlético Madrid – eine Wunde, die trotz des nationalen Triumphs noch immer leicht brennt – war diese Meisterschaft das erklärte Ziel, um das Projekt Flick zu legitimieren. Die Dominanz ist beeindruckend: Elf Siege in Serie in der Liga sprechen eine deutliche Sprache. Barcelona ist derzeit eine Maschine, die auch in Vitoria-Gasteiz nicht vorhat, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. Flick ist bekannt dafür, keine Nachlässigkeiten zu dulden, und er wird von seinem Team verlangen, die Saison mit der maximalen Punkteausbeute zu beenden.
Überlebenskampf im Baskenland: Alavés mit dem Rücken zur Wand
Während in Barcelona die Cava-Korken knallen, herrscht bei Deportivo Alavés nackte Existenzangst. Die Mannschaft von Quique Sánchez Flores steht auf dem 18. Tabellenplatz und blickt in den Abgrund der Segunda División. Das bittere 1:1-Unentschieden gegen Elche am letzten Spieltag war ein Rückschlag, den man sich in dieser Phase eigentlich nicht erlauben darf. Du siehst die Tabelle und erkennst das Drama: Nur ein mickriger Punkt trennt „El Glorioso“ vom 17. Platz, den aktuell Girona belegt.
Die Statistik von Alavés ist paradox. In den letzten acht Partien gab es nur zwei Niederlagen – eigentlich ein stabiler Wert für einen Abstiegskandidaten. Doch das Problem ist die mangelnde Durchschlagskraft. Zu viele Unentschieden (vier aus den letzten sechs Spielen) verhindern den Befreiungsschlag. Quique Sánchez Flores weiß: Wenn sie gegen diesen übermächtigen FC Barcelona nicht punkten, wird die Luft extrem dünn. Zwar warten mit Real Oviedo und Rayo Vallecano zum Abschluss noch schlagbare Gegner, doch psychologisch wäre eine Pleite gegen den Meister ein verheerendes Signal für den Endspurt. 24 Punkte aus 17 Heimspielen sind zudem lediglich der 14. Platz in der Heimtabelle – nicht gerade ein Grund für übermäßiges Selbstvertrauen, wenn die beste Auswärtsmannschaft der Liga (37 Punkte in der Fremde) anreist.
Historische Hürden und statistische Abgründe
Wenn du dir die historischen Daten ansiehst, wird die Mammutaufgabe für Alavés erst richtig deutlich. Der letzte Heimsieg der Basken gegen Barcelona datiert aus dem Dezember 2001. Das ist fast ein Vierteljahrhundert her. Seitdem hat Barca das Mendizorroza regelmäßig als Sieger verlassen, zuletzt mit einem souveränen 3:0 in der vergangenen Saison. In insgesamt 39 La-Liga-Duellen ging Barcelona 27 Mal als Sieger vom Platz.
Der aktuelle Trend verstärkt dieses Bild. Barcelona hat die letzten sechs direkten Begegnungen allesamt gewonnen. Das Hinspiel in dieser Saison endete mit einem klaren 3:1 für die Katalanen. Es scheint fast so, als hätte Flick den perfekten Code für die defensive Grundordnung der Basken gefunden. Besonders Robert Lewandowski scheint das weiße Trikot mit den blauen Streifen als rotes Tuch zu betrachten: Sieben Tore in seinen letzten fünf Einsätzen gegen Alavés unterstreichen seine persönliche Dominanz in diesem Duell.
Personal-Update: Rotation beim Champion, Hoffen im Baskenland
Hansi Flick wird die Gunst der Stunde nutzen. Die Meisterschaft ist sicher, und nach der körperlichen und emotionalen Achterbahnfahrt des Clásicos ist eine Rotation fast unumgänglich. Du darfst dich auf frische Kräfte freuen. Jules Koundé, Alejandro Balde und Ronald Araújo werden voraussichtlich in die Startelf zurückkehren, um der Defensive nach den Feierlichkeiten wieder Stabilität zu verleihen. Auch Frenkie de Jong, der zuletzt oft dosiert eingesetzt wurde, dürfte die Fäden im Mittelfeld ziehen.
Schmerzlich vermisst wird weiterhin das Wunderkind Lamine Yamal (Oberschenkelverletzung). Zudem fehlt Raphinha aufgrund einer Gelbsperre, die er sich ausgerechnet im hitzigen Duell gegen Real Madrid abgeholt hat. Dafür gibt es positive Nachrichten aus der medizinischen Abteilung: Andreas Christensen ist nach seiner schweren Knieverletzung zurück im Training und könnte zumindest für einen Kurzeinsatz in Frage kommen, um wieder Rhythmus für die kommende Saison zu finden.
Bei Alavés dreht sich alles um die Fitness von Toni Martínez. Der Stürmer ist die Lebensversicherung der Basken und hat sieben Tore in seinen letzten sieben Einsätzen erzielt. Sein Ausfall gegen Elche wog schwer; Quique Sánchez Flores hofft inständig, dass die medizinische Abteilung grünes Licht gibt. Verzichten müssen die Hausherren definitiv auf Lucas Boyé (Muskelverletzung) und Facundo Garcés (Sperre). Ein besonderes Augenmerk liegt auf Carles Aleñá und Denis Suárez – beide haben eine Barca-Vergangenheit und werden gegen ihren Ex-Club besonders motiviert sein, um den Absturz in die Zweitklassigkeit zu verhindern.
Taktische Analyse: Flicks Pressing – Flores‘ pragmatischer Verteidigung
Was erwartet uns taktisch? FC Barcelona wird unter Flick sein gewohntes 4-2-3-1 oder ein sehr offensives 4-3-3 praktizieren. Der Fokus liegt auf extrem hohem Pressing und schnellen Umschaltmomenten über die Halbräume. Mit Spielern wie Gavi und Fermín López hat Barca Akteure, die zwischen den Linien für Unruhe sorgen. Ohne Raphinha und Yamal könnte Marcus Rashford (sofern er auf dem Flügel startet) oder ein vorgerückter Balde für die nötige Tiefe sorgen.
Alavés hingegen wird sich vermutlich in einem kompakten 4-5-1 oder 5-4-1 formieren. Flores weiß, dass er gegen Barca nicht mitspielen darf. Die Räume im Zentrum müssen durch Blanco und Aleñá verdichtet werden, um Pedris tödliche Pässe zu unterbinden. Die einzige Chance für Alavés besteht darin, die Euphorie des Meisters durch Aggressivität im Mittelfeld zu brechen und auf Konter über Martínez oder den schnellen Rebbach zu setzen. Doch Vorsicht: Barcelona hat in dieser Saison gezeigt, dass sie auch gegen tiefstehende Gegner geduldig bleiben können.
Fazit: Ein ungleiches Duell mit klarer Prognose
Du fragst dich, ob die Meisterfeierlichkeiten Barcelona geschwächt haben könnten? Unwahrscheinlich. Hansi Flick ist ein Perfektionist, und die Tiefe des Kaders ist in diesem Jahr die große Stärke der Blaugrana. Für Alavés ist dieses Spiel ein Bonus-Spiel, in dem sie über sich hinauswachsen müssen. Doch die individuelle Qualität von Lewandowski, De Jong und Co. ist schlichtweg zu hoch.
Wir erwarten ein Spiel, in dem Alavés leidenschaftlich kämpft und vielleicht sogar den Ehrentreffer erzielt, am Ende aber der Klasse des neuen Meisters Tribut zollen muss. Die Zeichen stehen auf einen deutlichen Auswärtssieg, der Barcelona weiter auf der Erfolgswelle reiten lässt, während für Alavés das Zittern bis zum letzten Spieltag weitergeht.
Prognose unserer Redaktion: Deportivo Alavés 1 – 3 FC Barcelona